Miguel Iven Quartett

Flamenco entre amigos

Donnerstag, 27.08.2015

Humburg-Haus
Barmstedt, Chemnitzstr. 10
 

Beginn: 20.00 Uhr

Eintritt: 15,-- EUR Vorverkauf / 17,-- EUR Abendkasse

 

Die Musik des Quartetts basiert auf den Kompositionen des virtuosen Konzertgitarristen Miguel Iven, rhythmisch grundiert von der vielseitigen Multikulti-Percussion Conny Sommers. Der Leipziger Teufelsgeiger Sebastian Ude sorgt für die Verbindung zur europäischen Klassik und die Sängerin Carmen Martín steht mit ihrer klaren Stimme für das „gewisse Etwas“ des Flamencos und den Zauber ihrer Heimat Granada.
Stilistisch bewegt sich die Musik des Quartetts zwischen traditionellen Elementen des ureigentlichen Flamencos (Cante Jondo), jazzigen Einflüssen und konzertanten Stilisierungen in der Tradition europäischer Kunstmusik.

Miguel Iven (Flamencogitarre)
gilt vielen als der führende Flamenco-Konzertgitarrist Deutschlands. Er lebte und arbeitete insgesamt zwölf Jahre in Andalusien. Nach dem Musikstudium in Hamburg und Córdoba war er von 1986 bis 1989 fester Hausgitarrist an der Flamenco-Tanzakademie von Manolo Marin in Sevilla. Dort arbeitete er täglich mit zahlreichen Nationalpreisträgern und bedeutenden Künstlern zusammen, u.a. mit Cristina Hoyos („Carmen“), der unbestrittenen Königin des Flamencotanzes. Nach regelmäßigen Gastspielen mit dem Ensemble „Triana Flamenca“ unter Manolo Marin folgte eine rege Konzerttätigeit in Deutschland, Spanien und dem europäischen Ausland. Miguel hat bislang 5 CDs unter eigenem Namen veröffentlicht (Galileo Music) und aus seiner Feder stammen die Kompositionen und Arrangements des Ensembles.

Carmen Martín (Gesang)
stammt aus Granada, der vielleicht schönsten Flamencostadt Andalusiens, die wie keine andere von den reichhaltigen Spuren der jahrhundertelangen maurischen Herrschaft in Spanien geprägt ist. Sie ist nicht nur Sängerin, sondern auch Lied-Autorin und Schriftstellerin und blickt auf eine lange und bewegte Karriere als „Cantaora“ zurück, die schon im Alter von 6 Jahren mit ersten öffentlichen Auftritten in Granada begann. Ihre Interpretationen überzeugen stets durch klare Stimme, wie auch durch das „gewisse Etwas“ des Flamencos, wobei sie den Sologesang ("por delante") genauso beherrscht und genießt wie den Gesang für Tänzer ("por atras"), den rhythmisch betonten "cante a compás" ebenso wie die freieren "cantes libres". Seit 2009 lebt Carmen mit ihrer Familie in München.

Conny Sommer (Percussion)
ist einer der besten und gefragtesten Perkussionisten im Flamencobereich überhaupt und auch weit darüber hinaus für seine ebenso soliden wie inspirierenden Grooves bekannt. Seine in Hamburg früh begonnene musikalische Ausbildung führte ihn schon 1979 zur Percussion. Im Rahmen eines musikwissenschaftlichen Studiums mit Schwerpunkt Musikethnologie unternahm er mehrere Studienreisen nach Cuba, Puerto Rico, Spanien, Kolumbien und Guinea. Seit 25 Jahren arbeitet Conny „Cajón“ mit Miguel Iven zusammen. Zusätzlich hat er sich in den letzten Jahren auch mit seinem Leipziger Tonstudio und als Produzent einen guten Namen gemacht. Besonderes „Schmankerl“ der Konzerte sind seine virtuosen Soli an der afrikanischen „Kalimba“.

Sebastian Ude (Violine, Altosax)
wurde in Leipzig geboren und studierte dort an der Hochschule „Felix Mendelssohn Bartholdy“ von 1983-1989. Sein erstes Engagement erhielt er im Sinfonieorchester des MDR, seit 1994 ist er Mitglied des Gewandhausorchesters Leipzig. Neben seiner Beschäftigung mit Alter Musik und Barockvioline widmet er sich intensiv auch der Kammermusik des 19. und 20. Jahrhunderts. Darüber hinaus ist Sebastian Mitglied des Mendelssohn Quartetts. Mit Miguel Iven arbeitet der „Teufelsgeiger“ mit der starken Bühnenpräsenz seit 2006 in verschiedenen Flamencoprojekten als Multi-Instrumentalist (u.a. auch Altsaxophon, Bratsche) zusammen und steht mit seinem Spiel für die europäischen Wurzeln des Flamencos und die Verbindungen zur „klassischen“ Kunstmusik.

Süddeutsche Zeitung, 26.Januar 2013 :

„Flamenco ist Passion, Miguel Ivens Passion. Er gehört heute zu den großartigsten nicht-spanischen Virtuosen im Flamenco-Fach und begeistert mit dieser Kunst nicht nur sich selbst, sondern vor allem sein Publikum. Iven beherrscht die verschiedenen Stimmungslagen des iberischen Blues und bringt sie mit einer unvergleichlichen Leichtigkeit zum Ausdruck. Seine meisterhafte Beherrschung des Instruments und sein Gespür für die kulturelle Vielschichtigkeit und Integrität des Flamencos ist die Grundlage für seine Kunst. Die Ausformung und Öffnung seines Spiels und die Arrangements seiner Kompositionen haben Größe und berühren den Zuhörer wie ein musikalisches Wechselbad der Gefühle.
Der kammermusikalische Anspruch seiner Musik wurde durch den Geiger Sebastian Ude noch einmal deutlich verstärkt. Ude, Mitglied des Gewandhausorchesters Leipzig und des Mendelssohn-Quartetts, betonte, trotz seines manchmal fast teuflischen Spiels, die europäischen Wurzeln des Flamencos.
In Conny Sommer hatte das Trio einen der sensibelsten und weltläufigsten Perkussionisten, die in den vergangenen Jahren in der Region zu Gast waren. Der Hamburger gab auf Cajón, Tablas oder den Palmas, dem rhythmischen Klatschen der Hände, die ungeraden Rhythmen vor, unterstütze mit seiner behutsamen aber transparenten Grundierung den Fluss der Musik und wirkte an keiner Stelle übermäßig präsent oder gar aufdringlich. Es war die hohe Kunst des nachhaltigen Begleitens.“   Jörg Konrad


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